Dein Leben ist zu kurz für Hand of God!

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Claudia Haessy

Die haessyliche Wahrheit über: Hand of God und Empire

Ein wenig zäh wuchtet Ron Pearlman seinen massigen, schlecht gelaunten Körper durch die Szenen von Hand of God. Und ich überlege, wieso der Mann, der als Hellboy und Clay Morrow (Sons of Anarchy) Kultstatus erreichte, jetzt als Freizeit-Schizophrener – der meint, mit Gott reden zu können – nichts als Langeweile bei mir auslöst.

Darum geht‘s bei Hand of God

Die Schwiegertochter von Pernell Harris (Pearlman) wird vor den Augen ihres Mannes bei einem Raubüberfall vergewaltigt. Der versucht danach, sich wegen seiner Schuldgefühle das Leben zu nehmen und vegetiert anschließend im Koma vor sich hin. Daddy Harris, seines Zeichens einflussreicher Richter, ist ebenfalls gebeutelt von Schuldgefühlen – weil es ihm nicht gelang, die Schuldigen zu finden und zu bestrafen. 

Das will er jetzt nachholen und folgt den Spuren/Halluzinationen, die er von Gott bzw. seinem Koma-Sohn bekommt. Dabei hat er Hilfe von einem nicht minder gestörten, gewaltbereiten Bibelfreund. Und so wird ein wenig nach der Wahrheit gesucht und ein wenig gemordet, während Ehefrau und Freunde versuchen, sein seltsames Verhalten zu vertuschen.

Das alttestamentarische Gemorde bei Hand of God ist weder besonders nachvollziehbar, noch spannend und das einzige Rätsel, das ich als Zuschauer gerne gelüftet haben würde: Welche Geisteskrankheit hat(te) Richter Harris denn nun?

Pure Gleichgültigkeit

Abgesehen davon reizt mich an dieser Serie nichts. Ich drücke Harris nicht die Daumen. Fiebere nicht mit. Will ihn noch nicht mal scheitern sehen. Ich will gar nichts. Ich betrachte nur teilnahmslos einen Mann auf seinem Weg in die geschlossene Anstalt oder den Abgrund oder wo auch immer hin, ist ja egal, Hauptsache die Serie ist bald zu Ende.

Da hilft auch eine bezaubernde Dana Delany nicht, für die man noch am ehesten so etwas wie Sympathie entwickeln könnte.

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Aber was genau Hand of God fehlt, fällt einem besonders dann auf, wenn man – wie ich – zeitgleich beginnt, eine Serie wie Empire zu gucken.

Darum geht‘s bei Empire

Lucious Lyon (Terrence Howard), Hip-Hop-Mogul des Labels Empire Entertainment, erfährt, dass er ALS hat und ruft unter seinen drei Söhnen einen Wettkampf aus, um einen Thronerben zu finden. Shakespeare, ich hör dir trapsen. 

Zeitgleich wird dummerweise seine Ex-Frau Cookie (unbeschreiblich großartig: Taraji P. Henson) nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen, wo sie wegen Drogendelikten einsaß, mit denen sie das Imperium ihres Ex-Mannes finanziert hatte. Logisch, dass sie jetzt gerne eine kleine Entschädigung hätte. 

Lasst die Spiele beginnen!

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Sofort bin ich hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie für diesen charismatischen Lucious, fiebere mit Cookie, leide mit Jamal, belächle Hakeem, hasse Anika und fürchte mich ziemlich vor Andre und seiner Frau Rhonda.

Empire zeigt ab der ersten Folge, dass es möglich ist, Charaktere zu schaffen, die kaputt – ja sogar soziopathisch – sind, und dennoch faszinieren und fesseln. Etwas, was Hand of God gänzlich abgeht.

Natürlich ist es hilfreich, wenn Jennifer Hudson, Cuba Gooding Jr., Courtney Love, Estelle, Mary J. Blige, Snoop Dogg & Co. dem ganzen einen Hauch von Authentizität verleihen und Timberland für die erste Staffel die Musik komponierte und produzierte. Ich bin wirklich kein Hip-Hop-Fan, aber da sind einige musikalische Sahnestücke dabei.

Also, liebe Serienfreunde, egal, wie lang so ein Wochenende ist: Das Leben ist zu kurz für Serien wie Hand of God! Dann lieber Empire gucken und von der ersten Minute an mitfiebern, mitleiden und mithassen! #TeamCookie!

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Und was guckst du am Wochenende?

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Couching, in dem sich alles um Serien, Filme, Games und dein geliebtes Sofa dreht! So wie in diesen Artikeln: