Weshalb ich Tierversuche sinnlos finde

Die moderne Medizin wäre ohne Tierversuche nicht möglich? Denkste! Drei Millionen Tiere sterben jedes Jahr in deutschen Laboren – und das völlig umsonst. 

So argumentieren Befürworter 

Immer wieder argumentieren Labore und Forscher für die Durchführung von Tierversuchen. Diese seien notwendig, um neue Verfahren, Medikamente und Wirkstoffe zu testen, bevor man ihre Wirkung auf den Menschen untersucht. Außerdem helfe die Forschung an Tieren dabei, Krankheiten, wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer besser zu verstehen und eines Tages vielleicht sogar zu besiegen.

Das klingt, als wären Tierversuche ein notwendiges Übel, um Menschenleben zu retten – eine Darstellung, die mit der Realität nichts zu tun hat. 

Hier sind meine Argumente gegen Tierversuche:

1. Tierversuche liefern keine Erkenntnisse über Menschen 

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist die Annahme, dass Tierversuche uns irgendeine Aussage darüber liefern, wie wir menschliche Erkrankungen heilen können. 

Bei einer Maus und einem Menschen handelt es sich zwar jeweils um Säugetiere, aber das ist auch so ziemlich alles, was sie gemeinsam haben. Die meisten Tiere unterscheiden sich von uns dramatisch in Anatomie, Physiologie und Stoffwechsel. 

Das bedeutet auch, dass ihre Körper auf Wirkstoffe ganz anders reagieren und somit nie sichere Erkenntnisse über die Auswirkungen auf Menschen gewonnen werden können. 

PLAY
Bild via Giphy

2. Tierversuche bremsen die Medizin 

Dass erfolgreich an Tieren getestete Medikamente trotzdem für Menschen schädlich sein können, ist das eine Problem. Das andere sind Medikamente, die bei Tieren schwere Nebenwirkungen auslösen, für Menschen jedoch bedenkenlos eingesetzt werden könnten. 

Medikamente wie Aspirin, Ibuprofen, Insulin oder Penicillin wurden zu einer Zeit entdeckt, in der es noch keine strengen Auflagen gab. Nach heutigen Standards gelängen sie nie auf den Markt, da sie in Tierversuchen reihenweise durchfallen würden. 

Gott sei Dank – für jeden der unter Schmerzen und Infektionskrankheiten leidet – sind sie trotzdem überall erhältlich. 

PLAY
Bild via giphy

3. Tierversuche degradieren Körper zu Maschinen 

Tierversuche sind das Produkt einer stark vereinfachten Perspektive auf Körper. Man begreift sie als eine Maschine und Krankheiten als eine Art Fehlfunktion, die durch die richtige Reparatur oder das passende Ersatzteil behoben werden können. 

Nur so ergibt es Sinn, die Mechanik artfremder Körper zu erforschen und darauf zu schließen, dass die gewonnen Erkenntnisse auch für die Humanbiologie nutzbar wären.  

Inzwischen ist bekannt, dass viele Erkrankungen durch Umwelteinflüsse und falsche Lebensweisen entstehen. Das zu ignorieren, bedeutet auch, wichtige soziale und psychische Faktoren zu vernachlässigen, die sinnvoll für den Heilungsprozess sein können. 

PLAY
Bild via Giphy

4. Tierversuche sind unwissenschaftlich 

Selbst wenn die Körper der Versuchstiere Schlüsse auf menschliche Krankheiten zulassen würden, wäre das Vorgehen in den Laboren nicht wirklich wissenschaftlich. 

Tiere leiden nicht an Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise Diabetes. Daher werden die Symptome menschlicher Patienten künstlich in den Tieren hervorgerufen. Zum Beispiel, indem man Nervengifte injiziert oder Fremdkörper einbringt. 

Dieses Vorgehen macht es jedoch nur möglich, Symptome zu erforschen und sagt den Medizinern überhaupt nichts über deren Entstehung – kein guter Ausgangspunkt, um Krankheiten tatsächlich zu besiegen. 

PLAY
Bild via Giphy

5. Alternativen sind längst bekannt

Von den Medikamenten, die in Tierversuchen getestet und für die klinische Prüfung freigegeben werden, fallen 95 Prozent im weiteren Verlauf durch. Und selbst die Medikamente, die scheinbar unproblematisch an Menschen getestet werden, zeigen in 20%-50% der Fälle später Nebenwirkungen, die einen Rückruf oder Verkaufsverbot erforderlich machen.

Viel aussichtsreicher und sinnvoller als das Testen an Labortieren, sind Versuche mit Zellkulturen und Gewebeproben. Diese erfordern keinen lebenden Organismus und sind menschlichen Ursprungs, weshalb sie tatsächlich zu relevanten Ergebnissen führen. 

Diese Methoden sind noch relativ neu und wenig etabliert. Das liegt aber auch daran, dass man sich aus Gründen der Tradition immer noch auf die Tierversuche stützt und nicht gezielt nach Alternativen sucht. 

6. Tierversuche sind unmoralisch

Es gibt keine schmerzfreien Versuche an Tieren und in aller Regel endet das grausame Leben eines Versuchstieres als Kadaver in einem Müllcontainer. 

Die Tiere sind selten in artgerechten Umgebungen untergebracht, werden für die Versuche fixiert, operiert, mit Chemikalien gereizt, verbrannt und als Objekte betrachtet. Das Personal hat oft nicht die Zeit oder das Feingefühl, um die Tiere respektvoll und schonend zu behandeln. 

Das alles ist schon schlimm genug, wenn man davon ausgeht, dass die Versuche wichtig für den medizinischen Fortschritt und die Menschheit wären – aber wenn man bedenkt, dass diese Testreihen beinahe keinen Nutzen haben, ist es einfach nur schockierend. 

Fazit: Tierversuche müssen gestoppt werden!

Tierversuche sind sinnlos, unwissenschaftlich und gefährlich. Sie haben keinen Nutzen für die moderne Medizin und bedeuten unnötiges Leid für tausende von Tieren – und das nicht nur im Bereich der Forschung für Medikamente. 

Zum Glück gibt es auch Organisationen und Vereine, die sich für ein Ende der Tierversuche einsetzen. Das sind zum einen Tierschutzorganisationen, wie Peta, den Tierschutzbund und Vier Pfoten

Es gibt aber auch Widerstand aus den eigenen Reihen. Seit 1979 klärt  Ärzte gegen Tierversuche über die Sinnlosigkeit der Forschung an Tieren zu medizinischen Zwecken auf und zeigt so besonders eindrucksvoll, dass es keine medizinische Notwendigkeit für Tierleid in Laboren gibt. 

Und wenn die es nicht wissen, wer dann? 

PLAY
Bild via Giphy

Wenn du also das nächste Mal von jemandem zu hören bekommst, Tierversuche seien notwendig, dann kannst du mit diesen Argumenten dagegen halten. 

Zeige deinen Freunden Argumente gegen Tierversuche

Teilen Teilen
Bereits 5.287 mal geteilt!

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: