Single

Weshalb ich es hasse, Single zu sein

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Lisa Budzynski

Wenn du Single bist, wissen plötzlich alle um dich herum, was gut für dich ist:

  • „Du musst doch erstmal auch alleine sein und alleine klar kommen!“
  • „Mach‘ dich doch nicht gleich wieder von jemandem abhängig!“
  • „Du solltest es genießen, tun und lassen zu können, was du willst!“

Ich für meinen Teil habe das Gefühl, keiner dieser Anforderungen ans Single-Sein gerecht werden zu können. 

Ich bin der schlechteste Single der Welt, weil ich diese Punkte nicht verstehe: 

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Singles müssen allein sein mögen

Ich habe kein Problem damit, allein zu sein. Ich habe kein Problem damit, meine Probleme alleine zu lösen. Ich kann alles alleine schaffen. Und wenn ich Hilfe brauche, habe ich wunderbare Freunde. Ich brauche keinen Partner.

Aber ich liebe es, einen Menschen brauchen zu wollen. Das ist ein wichtiger Unterschied, den die viele nicht verstehen wollen. Ich weiß, dass ich ein eigenständiger Mensch und auf niemandes Zuspruch angewiesen bin. Trotzdem gibt es für mich nichts Schöneres als das Gefühl, jemanden brauchen zu wollen. Und das Allergrößte ist es, wenn der andere auch auf diese Art empfindet.

Wenn ich keinen festen Partner habe und ich niemandem diese Art der Wertschätzung entgegen bringen kann, empfinde ich eine Leere. Das ist nicht lebensbedrohlich und kein Grund, sich von einer Beziehung in die nächste zu Stürzen. 

Aber ich darf es trotzdem kacke finden.

Singles müssen unabhängig sein

Natürlich kann ich diese Hingabe nicht schnell für jemand Neuen generieren. Diese Hingabe – oder Liebe oder wie man es nennen möchte – muss wachsen. Bis der nächste Mensch kommt, für den es sich lohnt, dieses Gefühl zu entwickeln, bin ich Single. 

Und als Single soll ich also unabhängig und vor allem froh darüber sein. Hm.

So unabhängig, wie ich es brauche, kann ich aber auch in einer Beziehung sein. Natürlich benötigen Beziehungen Kompromisse, die auch meine Unabhängigkeit einschränken können. Für mich sind Streitigkeiten und Kompromisse in Beziehungen aber eine Möglichkeit, viel über mich selbst zu lernen und zu wachsen. 

Darum pfeife ich auf diese Art der Unabhängigkeit.

Singles müssen glücklich sein

Ich glaube, ich kann niemals komplett glücklich sein ohne dieses erfüllende Gefühl von positiver Abhängigkeit. Vielleicht ist genau das die größte und schlechteste Abhängigkeit, die es gibt, gut möglich. Und ich sage nicht, dass man dieses Gefühl nicht auch aus anderen Lebensbereichen – zum Beispiel der Familie, einem erfüllenden Hobby oder dem Beruf – ziehen kann. Mir ist das nur bisher noch nicht gelungen.

Ich bin nicht verzweifelt. Ich bin nicht nörgelig. Ich bilde mir nicht ein, dass ich mit dem richtigen Partner einfach so für immer glücklich sein werde. Aber ich liebe es eben, gemeinsam für das Gefühl des unabhängigen Brauchens zu arbeiten.

Ich finde Beziehungen schön!

Ich bin sehr froh, in einer Gesellschaft zu leben, in der ich eine alleinstehende Frau Ende 20 sein und alleine entscheiden darf, ob ich eine Beziehung führen möchte oder nicht. Ich möchte.

Ich finde es aber auch nicht richtig, dass Partnerschaft oft als das einzig wahre Lebens- und Beziehungsmodell angesehen wird. Jeder sollte auf genau so leben dürfen, wie sie oder er es sich wünscht. Von mir aus auch forever alone and happy.

Nur ist das eben nichts für mich. Ich bin das Gefühl leid, etwas zu sollen, das mich nicht glücklich macht und das ich auch nicht verstehe. 

Sieht wohl so aus, als bliebe ich einfach weiterhin der schlechteste Single der Welt. 

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Bist du auch voll schlecht im Single-Sein?

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Titelbild via stocksnap.io

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Feeling, in dem sich alles um Liebe, Gefühle, Freundschaft und Sex dreht. So wie in diesen Artikeln: