The Fall bietet nur eins: den ödesten Schurken aller Zeiten

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Claudia Haessy

Die haessyliche Wahrheit über: The Fall – Tod in Belfast

In der ZDF Mediathek schlummert seit einiger Zeit die Serie The Fall - Tod in Belfast. Aus Gründen ist sie leider nur zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens abrufbar. Und da ich über Dreißig bin und mich nach 22 Uhr regelmäßig in einem komaähnlichen Zustand befinde, dauerte es, bis sich endlich ein Abend mit der dafür notwendigen geistigen Verfassung fand.

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Um es vorweg zu nehmen: Gillian Anderson ist in ihrer Rolle als Detective Superintendent Stella Gibson ziemlich grandios. Sie ist scharfsinnig, ein wenig unterkühlt und sexy.

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Aber ihr Antagonist, der Serienkiller Paul Spector (Jamie Dornan), ist nichts davon davon. Eigentlich ist er überhaupt nichts. Er ist einfach nur anwesend. Wie ein Möbelstück. Ein hin und wieder mordendes Möbelstück.

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Dabei macht die Serie vieles richtig

Die Vielschichtigkeit der darin vorkommenden Charakter. Die zahlreichen Nebenhandlungen, die sich mühelos in das große Ganze fügen. Die Zeit, die man sich nimmt, um jeden Aspekt der Geschichte zu beleuchten.

Aber dennoch kommt einfach keine rechte Spannung auf...

Ich habe ein Faible für Bösewichter

Meiner Meinung nach hängt Gedeih und Verderb einer Geschichte von einem herausragenden Antagonisten ab. Er ist der eigentliche Mittelpunkt. Ohne ihn gäbe es keine Geschichte. Kein Mordfall, in dem es zu ermitteln gälte. Keine Angst, die gesät würde. Nichts von alldem.


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Dabei gibt es viele verschiedene Arten von Schurken und Killern. Aber sie alle haben eine Gemeinsamkeit. Etwas an ihrer Persönlichkeit, ihrer Natur, das den Zuschauer bannt, fasziniert und abstößt zugleich. 

Und das fehlt bei The Fall.

Mir ist egal, wie gut Dornan aussieht. Denn ich will einen Bösewicht, der bedrohlich ist. Einfach nur, indem er da ist. Und mich anguckt. Und kocht.

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Ich will einen Bösewicht, der wie eine Naturgewalt ist. Eine Louis Vuitton tragende Naturgewalt.

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Ich will einen Bösewicht, vor dem ich mich fürchte, obwohl er nur auf einem Sofa sitzt. Mit einem Glas Milch. Und einem Bolzenschussgerät.

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Ich will einen Bösewicht, bei dem man sich dabei ertappt, wie man eine seltsame Art von Sympathie für ihn entwickelt.

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Ich will einen Bösewicht, den ich so grandios finde, dass ich selbst gerne ein bisschen wie er wäre. Oder sie.

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Ich will einen Bösewicht, der manchmal auch ein wenig aus der Rolle fällt und immer für eine Überraschung gut ist.

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Und ja, manchmal will ich auch einen Bösewicht, mit dem ich viele, viele Kinder haben möchte.

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Spector aber ist nichts davon. Er ist nur eine ausdruckslose Hülle. Ohne Mimik. Vielleicht soll das realistisch sein. Aber ehrlich gesagt, habe ich mehr Angst vor einem Foto von Jeffrey Dahmer, als vor diesem Til Schweiger der Serienmörder.

Und für Til Schweiger bleibe ich echt nicht bis 22 Uhr auf.

Guckst du The Fall trotz langweiligem Bösewicht?

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Couching, in dem sich alles um Serien, Filme, Games und dein geliebtes Sofa dreht! So wie in diesen Artikeln: