Wenn du Pornos magst, häng‘ nicht auf YouPorn rum

Wie furchtbar muss das Leben für Pornoliebhaber in den 80ern gewesen sein! Alles, was Geschlechtsorgane in Nahaufnahme enthielt, war nur über den lokalen Sexshop zu bekommen. Es war die Zeit kreativloser Pornofilmtitel wie „Beidseitig bespielbar“, die man bloß als VHS erwerben konnte. Der Besitz war nur in ausgeklügelten Verstecken zu Hause möglich. Ätzend, nicht wahr?

Internet, das Porno-Wunderland

Diese harten Zeiten sind vorbei. Heute können Masturbationswillige die Untiefen ihrer eigenen sexuellen Begierden per Mausklick ins Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer oder in den Fahrradkeller holen. Portale wie RedTube oder YouPorn werden täglich mit Material versorgt und bieten auch für den abseitigeren Geschmack unendliche Möglichkeiten. Ihren Anfängen, den Amateur- und Hauspornos, sind sie dabei schon lange nicht mehr treu. 

Neben verwackelten Clips wie „German Milf Eats Sperm“, der nur mit einer Perspektive und einer Länge von 2:30 Minuten aufwartet, können Interessierte auch der „Huge orgy with 15 gorgeous girls“ in HD und professionellerer Produktion beiwohnen. Wer dann noch anfängt, die Suchbegriffe „piss“, „punish“ oder „hardcore“ einzugeben, wird sich schon bald in einer Mischung aus Ekel, Faszination und tiefer Beunruhigung wiederfinden, die einen schon mal an seinem Geisteszustand zweifeln lässt. 

Doch trotz aller Vielfalt – die weit verbreiteten Portale für Pornografie sind eigentlich ziemlich beschissen.

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Dreimal dasselbe, bitte!

Wer mal einen Nachmittag mit kostenlos zugänglichen Sex-Clips im Netz verbringt, wird schnell merken, dass es im Grunde immer dasselbe ist. Egal, ob eine “Sekretärin” von fünf vermeintlichen Chefs auf dem Schreibtisch gepimpert wird oder zwei lesbische College Girls auf einer Homeparty so richtig „crazy“ werden: Mainstream-Porno ist boring as fuck.

Denn es gibt zwei Dinge, die man in dieser Art Porno immer wiederfindet. Erstens: mindestens eine Frau, die durchgängig vor Lust vergeht. Zweitens: mindestens einen Mann, der bereits ist, sie großzügig vollzuspritzen. Am besten ins Gesicht (nennt man übrigens Money Shot) oder ihren Mund, dann kann sie sogar noch mit ihren Freundinnen teilen. 

Vorher müssen sie aber rammeln, als ginge es um ihrer beider Leben. Stellungen werden gewechselt, wenn der Kameramann es für angebracht hält (durchschnittlich drei bis vier Mal) und alle sind hochkonzentriert dabei. Lame.

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Wer will schon jeden Tag Fast Food?

Diese Mainstream-Sexclips von YouPorn & Co. sind so was wie der Big Mac der Pornoindustrie. Sie werden in Masse und für den Einheitsgeschmack produziert und auch, wenn die Versuchung dich hin und wieder überkommt, bleibst du nach ihrem Konsum unbefriedigt zurück. Vielleicht noch mit einem schlechten Gewissen, weil du weißt, was für einen Scheiß du dir reingezogen hast. 

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Aber es gibt Abhilfe!

Ja, das Internet hat die Mainstream-Pornos hervorgebracht. Es hat aber gleichzeitig auch eine Möglichkeit für Amateure geschaffen, selbst zu produzieren und zu veröffentlichen. Und seit einigen Jahren tummeln sich unter den neuen ProduzentInnen viele FeministInnen. (Hey, hör jetzt nicht auf, weiterzulesen! Ich würde doch keinen Schrott empfehlen.)

Im Gegensatz zum Klischee der Frauenfilme mit viel Handlung und wenig Prickeln, zeigen diese neuen PornografInnen im Kurzfilmformat vieles, was die Fastfood-Clips vermissen lassen. In der Regel werden Privatpersonen oder reale Paare gecastet, die einfach Lust haben, sich vor der Kamera zu vögeln. Reale Anziehung ohne viel Gekreische und mit Stellungen, die die Protagonisten wählen, weil sie Lust darauf haben – und nicht, weil die Kamera sonst nicht genug Mösen-Material aufnehmen kann. 

Zu den Größen der Szene gehören Pornografinnen wie Petra Joy oder Erika Lust. Die Filme muss man nicht als DVD bestellen, man kann sie meist auch unkompliziert via Downloadlink erwerben.

Es spricht nichts dagegen, sich zwecks Animation und Eigenliebe am Menü der gängigen Internetportale zu bedienen. Aber genauso, wie man nicht jeden Tag von TK-Pizza und Big-Mac-Menüs leben würde, kann es hin und wieder gesund sein, sich den guten Kram zu gönnen. Wenn du also ein paar Euro in eine gut produzierte Clipsammlung investierst, kannst du ungeniert die Freuden guter Selbstliebe genießen. Weil du es dir wert bist.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Feeling, in dem sich alles um Liebe, Gefühle, Freundschaft und Sex dreht. So wie in diesen Artikeln: