13 dumme Sprüche, die dich als Veganer an Weihnachten erwarten

Weihnachten, das Fest der Liebe! Du kehrst heim in den Schoß der Familie, ihr genießt besinnliche Tage und erfreut euch an gegenseitiger Zuneigung und Fürsorge. 

Außer natürlich, du lebst vegan. Dann kannst du dich auf was gefasst machen. 

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Cousine Lisa hat ihren Job verloren und Onkel Bernd bekommt ein uneheliches Kind mit seiner Sekretärin – diese Kleinigkeiten interessiern keinen mehr, sobald du dich als vegan „outest“. 

Sofort wirst du mit Aussagen überschwemmt, die irgendwo zwischen besorgt-nachfragend und passiv-aggressiv schwanken. Ich habe die Hitliste der dummen Fragen und gut gemeinten Ratschläge für dich zusammengestellt – mit passender Erwiderung. Dann brauchst du auch nicht mit dem Festessen um dich zu werfen. 

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1. „Der Mensch ist von Natur aus ein Fleischfresser!“

Jedenfalls sagt dein Onkel das, während ihm ein Putenschenkel zwischen den Zähnen hängt. Fleischesser, wie zum Beispiel Hunde, stehen stehen allerdings auch auf Aasgeruch, rohes Fleisch, Blut und Innereien – eine Vorliebe, die dein Onkel mit Sicherheit nicht teilt – selbst wenn er sich für einen waschechten Fleischfresser hält. 

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Klar, können Menschen Fleisch essen und verdauen – trotzdem ist unsere Biologie auf eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung ausgelegt. 

Das ergibt auch Sinn, denn ohne die körperliche Ausstattung (Reißzähne, Krallen) ist das Jagen für uns gefährlicher und aufwendiger, als einfach aufzusammeln, was auf dem Boden rumliegt.

Außerdem: Wären tierische Produkte im Übermaß genau das richtige für uns, gäbe es die sogenannten Zivilisationskrankheiten überhaupt nicht. Unsere Ernährung besteht aktuell immerhin zu einem Großteil aus Milch, Eiern, Fleisch und Käse.

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2. „Die jungen Leute müssen auch immer was Neues finden!“

Verhaltens- und Lebensweisen, die sie nicht verstehen, werten (Groß-)Eltern gern als „Phase“ ab. Natürlich kann es sein, dass du irgendwann wieder tierische Produkte ist, aber wieso ist das jetzt gerade relevant?

Beste Antwort: Frag sie, ob Fleischessen für sie nur eine Phase ist – immerhin war es bei dir so.

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3. „Aber Bio-Fleisch kannst du doch essen!“

Zu erklären, dass der Zusatz „Bio“ für dich nichts an der Tatsache ändert, dass ein Tier sterben musste, ist deiner Verwandtschaft nur schwer klar zu machen. 

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Um den europäischen Bio-Standards zu genügen, braucht es nicht viel und vor allem noch lange keine artgerechte Haltung. Und da deine Verwandten Bio-Siegel ohnehin für Geldmacherei halten, werden sie sicher verstehen, dass du ihnen ebenfalls nicht vertraust (jedenfalls wenn es um Fleisch geht). 

Im nächsten Jahr kannst du dann ja versuchen, sie an den Gedanken zu gewöhnen, dass du das Töten von Tieren allgemein ziemlich abartig findest. 

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4. „Die Tiere werden doch für unseren Konsum gezüchtet!“

Und das berechtigt uns dazu, sie in engen Ställen zusammenzupferchen, mit Medikamenten vollzupumpen, ihnen Körperteile bei vollem Bewusstsein zu amputieren (Schnäbel, Schwänze, Hoden) und sie nach wenigen Tagen oder Wochen zu verspeisen? Ich denke nicht ... 

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5. „Irgendwann müssen die Tiere sowieso sterben!“

Alles, was lebt, muss irgendwann sterben – the circle of life. Verpflichtet dich das automatisch dazu, alles, was sterben kann, auch zu essen? Eher nicht.

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6. „Weißt du, wie viele Jobs es kostet, wenn alle plötzlich vegan wären?“

Nein, das weißt du nicht. Aber es ist dir auch ziemlich egal. Kapitalismus basiert auf Angebot und Nachfrage und du fragst eben kein Fleisch mehr nach. Würden alle mitziehen, würden sich schnell neue Industriezweige bilden, die ausschließlich pflanzenbasierte Produkte anbieten. 

Experten-Tipp: Versuch bloß nicht, zu erklären, dass du auch Kapitalismus ziemlich scheiße findest. Sie verstehen es vermutlich ohnehin nicht und denken am Ende nur, du wärst einer Sekte beigetreten. 

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7. „Und das kannst du dir leisten?“

Ja, vegane Ersatzprodukte sind mitunter ziemlich kostenintensiv – aber keiner zwingt dich, die zu kaufen. Nahegelegene Wochenmärkte, bewusster Konsum und saisonales Kochen kosten am Ende nicht mehr als Omnis beim Supermarkt blechen. 

Zudem stellt sich bei veganer Ernährung die gleiche Frage, wie bei einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio: Ist mir meine Gesundheit etwas wert? Ja? Na, dann investiere ich auch gern ein bisschen mehr.

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8. „Was willst du essen, wenn sie morgen herausfinden, das Pflanzen auch Schmerzen empfinden?“

Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist, dass fürs Schmerzempfinden ein zentrales Nervensystem erforderlich ist. Kann sein, dass morgen eine Studie auftaucht, die Schmerzen bei Pflanzen nachweist. Doch selbst dann wäre der Verzehr der Pflanze an sich immer noch weniger grausam, als der eines Tieres. Denn was frisst das Tier, bis es schlachtreif ist? Richtig.

9. „Allein rettest du die Welt sowieso nicht!“

Warum verwechseln alle bewussten Konsum mit Naivität? Natürlich ist dir klar, dass du die Welt nicht alleine rettest. 

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Trotzdem leistest du gemeinsam mit anderen einen wichtigen Beitrag! Die Fleischindustrie ist auf Masse ausgelegt, weil die Masse eine Nachfrage nach billigem Fleisch hat. Ein Großteil der Produktion landet am Ende im Abfall, auch, weil die Überproduktion uns vergessen lässt, dass ein Leben hinter jedem Steak steckt.

Als Veganer beteiligst du dich zumindest nicht mehr an diesem falschen System. So.

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10. „Wir können die Welt jetzt schon kaum ernähren...“

Ein typischer Fall von gut gemeint, aber falsch gedacht. Die weltweite Ackerfläche reicht vollkommen aus, um die gesamte Erdbevölkerung satt zu bekommen. Das Ernährungsproblem ist vor allem ein Verteilungsproblem. 

Statt auf den Tellern der Bedürftigen landet ein Großteil der Agrarprodukte in der Massentierhaltung als Futtermittel oder direkt in der Abfalltonne. 

Damit ist Fleischessen einer der Gründe, warum überhaupt Menschen weltweit Hunger leiden müssen. Tja.

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11. „Es gibt viel größere Probleme auf der Welt !“

Ach schön – das beliebteste Totschlagargument, wenn man sich mit einem Problem nicht auseinandersetzen will, um nicht in Handlungszwang zu geraten. 

Ja, es gibt größere Probleme, doch viele von ihnen hängen mit dem Fleischkonsum zusammen: Tierrechte, Menschenrechte, Klimawandel, Welthunger – die meisten dieser Probleme würden durch einen bewussteren (tierleidfreien) Konsum bekämpft werden. 

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12. „Oma hat sich so viel Mühe gegeben – koste doch wenigstens!“

Mama und Papa wissen eben, wie sie dich am besten dazu kriegen, das zu tun, was sie von dir erwarten: mit Schuldgefühlen. Dass deine Gefühle niemanden interessiert haben, als du stolz die vegane Torte mitgebracht hast, haben sie scheinbar schon wieder vergessen. 

Da hilft nur standhaft sein und versichern, dass es nichts mit Respektlosigkeit oder mangelndem Vertrauen in Omas Kochkünste zu tun hat. Du willst eben einfach kein totes Fleisch essen. 

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13. „Was isst du dann jetzt überhaupt noch?“

Alles und davon eine ganze Menge. Am besten du zeigst ihnen, was du in den letzten Monaten alles auf Instagram hochgeladen hast – das wird sie hoffentlich davon überzeugen, dass mehr als Salat auf deinem Speiseplan steht.

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Also: Lass dich nicht von deinen Verwandten unterkriegen. Sie wissen es eben nicht besser und du findest sicher auch nicht alles cool, was sie tun. Hauptsache, du bleibst ruhig und bestimmt und im Zweifelsfall lädst du sie nächstes Jahr zum veganen Festtagsmenü bei dir ein. 

Frohe Weihnachten! 

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Zeige deinen Freunden, womit du dich Weihnachten rumschlagen musst!

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: