8 selbstverständliche Dinge, die Frauen früher nicht durften

Es gibt Dinge, die du mit Sicherheit selbst entscheidest. Zum Beispiel, mit wem du zusammen lebst und für wie lange. Oder welcher Job der Richtige für dich ist. 

Keine Selbstverständlichkeit: Frauen haben sich in den letzten 100 Jahren genau solche Rechte hart erkämpfen müssen. 

Das glaubst du nicht? 

Hier sind 8 Dinge, die Frauen früher nicht selbst entscheiden durften: 

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1. In die Politik gehen

„Alles, was Röcke trägt, hat in der Politik nichts verloren“, soll Otto von Bismarck einmal gesagt haben. Frauen waren in jeder Epoche von politischen Aktivitäten ausgeschlossen. Erst ab 1908 erhielten sie die Erlaubnis, sich in politischen Vereinen zu engagieren und ab 1918 auch das allgemeine Wahlrecht. 

Seitdem beweisen sie, dass es ziemlich wumpe ist, ob Politik in Hosen oder Röcken gemacht wird. 

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2. Bildung erhalten

Was für dich heute wie selbstverständlich zum Alltag gehört, ist ein lang umkämpftes Privileg!

Obwohl es schon immer Mädchen und Frauen gab, die heimlich Lesen und Schreiben lernten und unter falschem Namen Texte veröffentlichten – eine Erlaubnis, höhere Schulen und Universitäten zu besuchen, haben Frauen in Deutschland erst seit 1901.

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3. Arbeiten

Dass Frauen hart arbeiten können, war Mitte der 50er Jahre keine Neuigkeit mehr – immerhin hatten sie durch zwei Weltkriege hindurch die globale Wirtschaft geschmissen. 

Trotzdem war Politikern das leibliche Wohl der Ehegatten wichtiger, als die Berufswünsche der Frauen. Mit der Einwilligung in die Ehe verpflichtete eine Frau sich automatisch „zur Führung des Haushalts”. 

Schränkte der Job einer Frau die Erledigung ihrer Pflichten ein, konnte ihr Ehemann die Stelle jederzeit aufkündigen. Abgeschafft wurde dieses Gesetz in der BRD tatsächlich erst 1958.

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4. Als Hausfrauen Rente beziehen 

Häusliche Arbeit und Kindererziehung sind so selbstverständlich Teil „weiblicher Pflichten“, dass Hausfrauen nicht einmal einen Anspruch auf Rente haben, wenn sie nicht mindestens fünf Jahre einer festen Beschäftigung nachgegangen sind. Auch heute noch.

Seit 2014 werden Nur-Hausfrauen (und -männern) immerhin für die Erziehung jedes Kindes jeweils zwei Jahre „Erwerbstätigkeit“ angerechnet. Das ist zumindest ein erster Schritt. 

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5. Namen selbst aussuchen

Leutheusser-Schnarrenberger oder Kramp-Karrenbauer sind vielleicht keine gefälligen Namenskonstrukte, aber sie sind immerhin selbst gewählt. 

Bis 1976 waren Frauen bei der Eheschließung noch verpflichtet den Namen ihres Gatten zu übernehmen. Eine Gesetzesänderung zur Gleichberechtigung erlaubte den Männern zwar, die Entscheidung zu treffen, ob sie den Namen ihrer Frau annehmen wollten – gefiel dieser den Herren nicht, mussten Frauen sich dem Willen ihres zukünftigen Gatten beugen. 

Erst seit 1991 können beide Ehepartner für sich selbst entscheiden, welchen Nachnamen sie jeweils tragen möchten oder ob sich eine hübsche Kombi basteln. 

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6. Sich scheiden lassen

Die Ehe als Institution galt dem Gesetzgeber schon immer als äußerst schützenswert. Daher nahm er Scheidungsvorhaben noch nie auf die leichte Schulter. 

Reichte eine Frau zum Beispiel die Scheidung ein, weil ihr Mann eine Affäre hatte oder sie häuslicher Gewalt ausgesetzt war, wurde ihr selbst die Schuld am Versagen der Ehe zugesprochen. Damit hatte sie kein Anrecht auf Unterhalt und war nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich am Ende. 

Seit 1977 gilt statt des Schuldprinzips das Zerrüttungsprinzip. Damit kann eine Ehe von beiden Partnern aufgelöst werden, wenn sie als „gescheitert“ gilt. 

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7. Sich gegen ihre gewalttätigen Männer wehren 

Dass Frauen selbst bestimmen können, ob und wann sie Kinder bekommen und wie sie ihre eigene Sexualität leben, ist ein geradezu revolutionärer Schritt. Sex war für Frauen nur innerhalb einer Ehe erlaubt und wurde nicht umsonst als „eheliche Pflicht“ bezeichnet. 

Es war daher auch nicht möglich, Anzeige für eine Vergewaltigung zu erstatten, wenn sie innerhalb einer Ehe stattfand. Der CDU-Politiker Wolfgang von Stetten formulierte die vorherrschende Ansicht zu ehelichem Sex so: 

„Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen – manche Männer sind einfach rabiater“. 

Damit waren Frauen ihren „rabiaten“ Männern ausgeliefert. Abgeändert wurde die Definition von Vergewaltigung erst 1996 und ist seitdem auch in der Ehe strafbar.

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8. Verhüten

Auch die Frage, ob und wie eine Frau verhütet, war Angelegenheit ihres Mannes. 

Abtreibungen beispielsweise sind für Betroffene erst seit 1974 straffrei. Ärztliche Beratung zum Thema Verhütung wurde bis dahin nicht von der Krankenkasse gedeckt. Außerdem führten viele Ärzte die Beratung nicht durch, wenn der Ehepartner nicht anwesend war.

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All diese Gesetze sind keine Selbstverständlichkeit und haben die Situation von Frauen in vielen Bereichen verbessert. Trotzdem haben wir noch einen weiten Weg vor uns. 

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: