Polyamorie

Was du von Nicht-Monogamen für deine Beziehung lernen kannst

Kaum kommt ein Buch raus, reden schon wieder alle über Polyamorie. 

Aber polyamor leben doch nur Menschen, die Angst vor echten Beziehungen haben, oder? Was sollen die dir schon über die Liebe erklären?

Tja, eine ganze Menge!

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Was ist Polyamorie noch gleich?

Bei Polys dreht sich alles um Liebe und darum seine Beziehung(en) so zu leben, wie es sich gut anfühlt.

Das kann bedeuten, dass du eine intensive Hauptbeziehung mit Außenpartnerschaften pflegst, ihr zu dritt oder zu viert zusammenlebt oder sich ganze Netzwerke aus Freunden und Partnern bilden (wobei die Grenzen zwischen FreundIn und PartnerIn hier relativ fließend sind). 

Mehrere Beziehungen parallel oder auch überschneidend zu führen, macht Polys zu echten Experten auf dem Gebiet und du solltest unbedingt von ihrem Wissen profitieren!

Hier also 7 großartige Dinge über Beziehungen, die du von polyamoren Menschen lernen kannst:

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1. Liebe kann man nicht besitzen!

Über Liebe und Beziehungen wird oft gesprochen, als ginge es um Besitz. Wir denken, dass unser Partner uns im weitesten Sinne „gehört“ und wir ein Anrecht auf seine Liebe, Aufmerksamkeit und Sexualität haben.

Wer, wie Polys, in Beziehungen lebt, in denen mehrere Partner Platz und Zeit finden müssen, der verabschiedet sich schnell von der Vorstellung, dass ein anderer Mensch ihm allein „gehören“ kann. 

Nimm deinen Partner also nicht als selbstverständlich hin.

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2. Ohne Ehrlichkeit geht es nicht!

Polys definieren Treue vor allem als Ehrlichkeit – mit dem Partner und mit sich selbst. 

Wenn du offen über unerfüllte Bedürfnisse sprichst, gehst du damit immer auch das Risiko ein, deinen Partner zu verletzen. Es hilft aber nichts: Probleme in einer Beziehung löst man nur wirklich, wenn man sie gemeinsam löst. 

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3. Dein Partner ist nicht die einzige wichtige Person in deinem Leben!

Du und dein/e PartnerIn teilt eine Wohnung, eine Zukunft, Werte, Wünsche und vielleicht sogar Kinder. Doch das heißt nicht, dass du sonst keinen Platz mehr für tolle Menschen in deinem Leben haben darfst.

Polys bauen auf Netzwerke mit Freunden und Partnern, in denen jede Beziehung ihre eigene Qualität und „Funktion“ hat.

Wenn du all deine Bedürfnisse und Erwartungen auf eine einzige Person projizierst, wirst du früher oder später enttäuscht werden. Ein gutes Netzwerk aus Freunden und Familie zu haben ist daher auch in deiner monogamen Beziehungen eine echte Bereicherung und entlastet die Partnerschaft. 

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4. Liebe deinen Partner so, wie er ist!

Wenn deine Bedürfnisse nicht befriedigt werden, hinterfragst du vielleicht die gesamte Beziehung. Aber dein/e PartnerIn ist eben keine Bedürfnis-Erfüllungs-Maschine! Ob all deine Bedürfnisse erfüllt werden, liegt nicht in seiner/ ihrer Verantwortung. 

Das zu begreifen und in Unterschieden keine Defizite mehr zu sehen, macht es dir viel leichter, die guten Eigenschaften deines Gegenübers zu schätzen.  

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5. Deine Sexualität gehört zu allererst dir!

Die größte Baustelle – in Bezug auf überhöhte Erwartungen und enttäuschte Bedürfnisse – ist Sex. Nicht umsonst wird die Libido in vielen langen Beziehungen irgendwann zum Streitthema. 

Polys haben den Vorteil, dass sie ihre BDSM-Leidenschaft mit dem/ der einem/n PartnerIn und den Blümchen-Sex mit dem/ der anderen haben können – ohne, dass jemand zu kurz kommt. 

Aber auch in einer festen Partnerschaft kann es inspirieren, öfter Neues auszuprobieren, eigene Wünsche und Lust zu erforschen und dir zuzugestehen, dass du nicht zwingend die gleichen Dinge wie dein/e PartnerIn geil finden musst. Vielleicht entdeckt ihr ja gemeinsam neue Vorlieben!

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6. Jeder ist für seine Gefühle selbst verantwortlich!

Das klingt ziemlich hart und egoistisch, aber es stimmt einfach. 

Auch Polys sind eifersüchtig oder gekränkt. Doch anstatt sich zu ärgern, wie rücksichtslos ihr/e PartnerIn ist, fragen sie sich, warum ausgerechnet diese Situation etwas in ihnen auslöst – und finden dann gemeinsam eine Lösung. 

Auch in monogamen Partnerschaften kannst du davon profitieren. Es fühlt sich nämlich sehr ermutigend an, in schwierigen Situationen nicht deinem/r PartnerIn oder der Welt die Schuld zu geben –sondern zu überlegen, was DU tun kannst, damit es dir besser geht. Eigenverantwortung ftw!

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7. Es gibt keine Spielregeln für die Liebe!

Klar haben Fernsehen, Literatur und Umfeld uns Regeln und Erwartungen eingetrichtert. Menschen sind aber unterschiedlich und darum ist keine Beziehung wie die andere – das merkt man vor allem, wenn man mehrere parallel führt.

Die Konventionen, die man dir eingebläut hat, ändern weder deine Bedürfnisse, noch, wie du Liebe empfindest. Sie zwängen dich bloß in Kategorien und geben dir das Gefühl, nicht normal zu sein, wenn du etwas anderes brauchst. 

Viel erfüllender ist es, auf deine Gefühle zu hören und die Beziehung im Hier und Jetzt so zu entwickeln, wie sie sich für dich gut anfühlt. 

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Also: Wir alle wollen bloß geliebt werden

Letztlich sehnt jeder sich nach Nähe, Geborgenheit, Verständnis und aufrichtiger Liebe. Polys behaupten oft, dass durch das Teilen ihrer Liebe mehr davon da ist, nicht weniger. 

Auf jeden Fall bekommst du wesentlich mehr Gutes von anderen, wenn du selbst nicht mit Liebe geizt. Also behandle andere mit Respekt, lasse dich auf sie ein und lerne, sie einfach so zu lieben, wie sie sind. 

Egal, ob du deine Beziehung mit einem Menschen führst oder mit einem ganzen Netzwerk.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: