Die größten Fehler beim Backpacken in Asien

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Lisa Budzynski

Auf meinen Reisen durch Asien habe ich so einige Fehler gemacht, vor denen selbst der Reiseführer warnt – hätte ich ihn denn gelesen. Aber ich verbinde mit jedem dieser Fehltritte auch wundervolle Erinnerungen. 

Hier kommen also die größten Fehler, die du beim Backpacken durch Asien begehen kannst – und warum du sie trotzdem alle machen darfst!

Bild via Himate

Ein hilfloser Blick, unsicheres Umherschauen, Suchen auf der Karte... Schon hat er mich! Der „Touristen-Fänger“ empfiehlt mir schöne Orte und erzählt mir, dass Feiertag sei und Besichtigungen darum nicht möglich seien. 

Der freundliche Mann weiß aber auch hier Abhilfe und empfiehlt mir, die Zeit für eine schöne Bootstour zu nutzen. Er quatscht mich zu und ehe mich versehe, sitze ich in einem Tuk Tuk zur Bootsanlegestelle. 

Dort bleibt mir schon fast nichts mehr übrig, als in einen der klapprig wirkenden Kähne zu klettern. 

Doch die berauschende Fahrt über Wasser durch die vielleicht verrückteste Stadt der Welt – Bangkok – entschädigt mich wirklich für das dumpfe Gefühl, hereingelegt worden zu sein.

Mein Tipp: 

Überlege dir vorher, was du wirklich sehen möchtest und sei ruhig skeptisch, wenn man dir etwas erzählt. Lass dich aber auch einfach mal einfangen und sieh, wohin es dich führt.

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Ein netter Mann winkt mir ein Tuk Tuk herbei, das mich durch Bangkok fährt und an den schönsten Tempeln hält. Für nur 20 Baht, also quasi nix. Das klingt gut, also steige ich ein. 

Nach dem ersten Tempel machen wir einen kleinen Stopp bei einer „Thai-Factory“. Hier gibt es angeblich tolle Klamotten, alles handgemacht und in Top-Qualität. Natürlich. Der Verkäufer geht in die Vollen, hier ohne maßgeschneidertes Kleid wieder rauszukommen, ist schwierig. Irgendwie gelingt es mir, doch der Fahrer lässt nicht locker. Auf mich wartet schon der nächste Schneider. 

Beim zweiten Mal schaffe ich es nicht: Ich verlasse den Laden mit dem Auftrag für ein (hoffentlich) schönes Kleid. Ohne diese verrückte Shopping-Tour hätte ich die zauberhaften kleinen Tempel nie gesehen. Und das Kleid ist auch eine schöne Erinnerung.

Mein Tipp:

Lass dich nur zu einem Kauf verführen, wenn du wirklich etwas haben möchtest. Und verhandle geschickt. Wenn du schlecht bist im Nein sagen und ablehnen, dann lass dir lieber kein Tuk Tuk rufen.

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Ich entscheide mich für einen privaten Fahrer, in der Hoffnung, einige Insider-Informationen zu bekommen und besondere Orte kennen zu lernen. Darum stimme ich auch zu, als der Fahrer mir vorschlägt, bei den Orchideen und Vögeln anzuhalten. 

Doch schon der erste Stopp lässt mich erkennen, dass ich eine falsche Vorstellung hatte. Am Orchideen-Park, der mich ein beachtliches Eintrittsgeld kostet, wird mir klar: Der Fahrer zeigt mir keine Geheimtipps, sondern Touristen-Attraktionen.

Zuerst bin ich sauer, denn Orchideen interessieren mich überhaupt nicht. Doch die Führung von einer jungen balinesischen Studentin, die extrem gut Deutsch spricht und mir viel über Orchideen, aber auch über ihr Leben, berichtet, tröstet mich über den überteuerten Eintrittspreis hinweg. 

Mein Tipp:

Wenn der Fahrer eine laminierte, illustrierte Karte hat, kannst du davon ausgehen, dass die eingetragenen Ziele alle sehr touristisch und häufig auch teuer sind. Kann trotzdem schön sein.

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Zwecks Inlands-Verbindung entscheide mich für einen Flug mit Air Asia. Die lassen sich bequem online buchen und sind günstig. Erst, als ich meine Verbindung noch einmal genauer anschaue, fällt mir auf: Ich habe gar keinen Flug gebucht – sondern einen Flug, eine Busfahrt und eine Fahrt mit der Fähre. 

Die Reise dauert eine halbe Ewigkeit, ich bin müde und angestrengt. Doch der Sonnenuntergang auf der Fähre und die Delfine im Wasser lassen mich die Strapazen wieder vergessen.

Mein Tipp: 

Bleib entspannt, auch die längste Reise geht einmal vorüber. Genieße das Land! Und je langsamer du reist, desto mehr kannst du wahrnehmen. Letztlich sind es die ungeplanten, unerwarteten Umwege, die deine Reise besonders machen. 

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Ich informiere mich auf meiner Reise gern mit Tripadvisor über Unterkünfte und Ausflugsziele. Hier wird in der Regel fair bewertet und so lässt sich das eine oder andere Juwel finden.

Doch nicht immer habe ich die Zeit, mich gründlich zu informieren. So vertraue ich einmal auch auf die Empfehlung des Fahrers, was sich bislang ja eher als tückisch dargestellt hatte – und werde mit einer Außendusche inklusive Blick aufs Meer belohnt. 

Mein Tipp:

Verfalle nicht in Panik, wenn du bei deiner Ankunft noch keine Übernachtungsmöglichkeit gebucht hast. Es wird sich etwas finden.

Bild via Himate

Leider beschleicht mich auf meiner Reise immer wieder das Gefühl, in einem Touristen-Kosmos festzustecken. Als Tourist mache ich offenbar für meinen Lebtag gern Ausflüge. Individualismus spielt für mich dabei scheinbar keine Rolle. Die Orte, die alle meine Vorgänger besucht haben, sind selbstverständlich auch für mich die reizvollsten. 

Doch hätte ich ohne die geführten Touren einige wundervolle Highlights nicht erleben dürfen. Manche der Touristen-Orte lohnen sich halt doch.

Mein Tipp:

Frage immer nach Plätzen, an denen man alleine sein kann. Manchmal klappt das, manchmal nicht.

Bild via pixabay.com

Also, erstens sieht das kacke aus. Und zweitens ist es unpraktisch. Der Rollkoffer meines Reisepartners zerstört sich bereits auf der Hinfahrt selbst. Und ein Rollkoffer, den man nicht rollen kann, ist mit Abstand das nervigste Gepäckstück. 

Doch ohne die kleine Anekdote hätte ich keine lustige Geschichte, mit der ich ihn heute noch aufziehen könnte. Das wäre sehr schade.

Mein Tipp:

Es lohnt sich, in einen guten, bequemen Rucksack zu investieren – auch, wenn du nicht vor hast, Wandern zu gehen.

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Die unbeleuchtete und stark befahrenen Straße entlang zu gehen und sich zu verlaufen, da im Dunkeln alles irgendwie gleich aussieht, ist vielleicht nicht unbedingt die cleverste Idee. 

Klar, ich spare mir das Geld für das Taxi – aber ungefährlich ist das nicht. Zusätzlich werde ich alle paar Meter von einem Taxi angehupt, dessen Fahrer mich gerne mitnehmen würde. 

In einer ruhigen Nebenstraße genieße ich es dann aber, allein zu sein. Weit weg von allen anderen ist plötzlich alles viel intensiver: der Geruch der Nacht, die fremde Geräuschkulisse, der mit Sternen übersäte Himmel. 

Mein Tipp:

Wenn du im Dunkeln losläufst, sei dir sicher, dass du den Weg genau kennst. Und in manchen Gegenden ist es auch wirklich schlauer, mindestens zu zweit unterwegs zu sein. Auf jeden Fall vorher gut über die Sicherheitslage informieren!

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Das ist der einzige Fehler, den du wirklich, echt einfach nicht machen solltest. 

Mein Tipp:

Nutze einen kleineren Rucksack. 45 plus 10 Liter reichen für Reisen in warme Länder aus.

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Unter Stress verlierst du den Blick für die Details, die deine Reise für dich bereit hält. Darum lasse dich fallen und genieße die Andersartigkeit, anstatt dich über sie aufzuregen.

Doch einige Sicherheitshinweise gibt es nicht ohne Grund. Ich habe immer auf mein Bauchgefühl vertraut und wenn mir eine Situation merkwürdig erschien, dann habe ich sie gemieden. 

Auch, wenn ich mich nicht verrückt machen wollte, bin ich froh, einige Dinge nicht zu locker gesehen zu haben und so sicher und gesund gereist zu sein.

Also: Viel Spaß auf deiner Reise!

Welchen Fehler würdest du sofort wieder machen?

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Titelbild via Stocksnap

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Feeling, in dem sich alles um Liebe, Gefühle, Freundschaft und Sex dreht. So wie in diesen Artikeln: