Ungewöhnliche Orte, an denen du definitiv keinen Sex haben willst

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Claudia Haessy

Folgt man den Sex-Ratgebern dieser Welt, gibt es haufenweise Orte, an denen du einmal im Leben Sex haben solltest. 

Manchmal habe ich aber das Gefühl, es werden einfach wahllos irgendwelche Orte aufgezählt. Frei nach dem Motto: Da kann man sich aufhalten, also kann man da auch Sex haben! 

Wenn ich länger als eine Minute darüber nachdenke, fallen mir jedoch einige Gründe ein, die gegen Geschlechtsverkehr an diesen Orten sprechen:

In einem Iglu

Sex im Iglu fällt ganz sicher unter die Kategorie: Wieso? 

Was sich zuerst mega fancy anhört, klingt beim genaueren Nachdenken nur nach Blasenentzündung!

Der Tipp, du solltest dich hier viel bewegen und den Thermoschlafsack nicht vergessen, wirkt zusätzlich leicht geisteskrank. Ich weiß ja nicht, wann du das letzte Mal in einem Schlafsack gelegen hast, aber das letzte, was man darin machen kann, ist sich wahnsinnig viel zu bewegen.

Und ja: Eskimos haben auch Sex, nur vergiss bitte nicht, dass das Iglu ihr Schlafzimmer ist – not fancy at all!

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Auf einer Waldlichtung

Beim Sex in der freien Natur, kann eine Decke durchaus von Vorteil sein. Nicht nur wegen der Stöcke und Steine, die sich gerne mal ins weiche Fleisch der unten liegenden Person bohren, sondern auch wegen der Ameisen. Oder Brennnesseln.  Vielleicht nehmt ihr auch einfach ein Zelt mit. Oder baut ein Fort?

Empfehlenswert ist außerdem, sich nicht wahllos irgendeine Waldlichtung auszusuchen und sicherzugehen, dass nicht gerade Jagdsaison ist. Es sei denn, das ist genau die Art von Nervenkitzel auf die ihr steht!

Andererseits: Wenn ihr währenddessen einfach Warnwesten tragt, bekommt Safer Sex gleich eine ganz neue Bedeutung!

Ein Bett im  Kornfeld

Die Alternative zum Wald wäre ein Feld. Dort wäre man – im Gegensatz zur Waldlichtung – auch nicht sofort von wanderwütigen Menschen zu sehen.

Aber auch dort gilt: Nicht völlig in Ekstase geraten und alles um einen herum vergessen, sondern auf etwaige Gefahren achten. Zum Beispiel näher kommende Mähdreschergeräusche.

Allergiker haben hier sicher besonders viel Spaß!

Übrigens: Erwischt werden klingt zwar spannend, aber wenn es tatsächlich zur Anzeige kommt, kann es saftige Geldstrafen hageln. In manchen Ländern winkt sogar eine Haftstrafe – obwohl Sex hinter Gittern ja auch seinen Reiz haben kann.

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Auf dem Riesenrad

Sex an öffentlichen Orten ist offenbar generell der Renner! Und jetzt noch irgendwo weit oben, mit gigantischer Sicht über die Stadt und mit flirrenden Lichtern unter einem, während die Gondel im Takt sachte hin- und herschwingt – wer findet das bitte nicht geil?

Menschen mit Höhenangst zum Beispiel. Oder die Omi, die sich mit ihrem Enkel noch in eure Gondel quetscht...

In der Geisterbahn

Wo wir gerade auf dem Rummel sind: Offenbar empfinden manche Menschen Geisterbahnen als so gruselig und adrenalinfördernd, dass sie meinen, Sex würde sich dort ebenfalls lohnen.

Nun ja, wenn ich auf Grusel beim Sex stünde, würde ich währenddessen einfach das Dschungelcamp laufen lassen. 

Außerdem ist Geschlechtsverkehr – ohne enorme akrobatische Fähigkeiten – in so einem Geisterbahnwagen nur erschwert möglich. 

Aber so ein Blowjob zwischen Plastikskeletten und Muahahaha-Lachern vom Band hat ja sicher auch viel Schönes.

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Im Schwimmbad

Im Gegensatz zum Strand oder Meer, hat man im Pool weder Algen, noch Fische oder lästige Sandkörper, die fies schubbern. 

Allen Menschen, in denen ein kleiner Sheldon Cooper schlummert, sei aber hiervon abgeraten. Das sexy riechende Chlor täuscht niemanden darüber hinweg, dass so ein Pool letztlich nichts anderes ist, als eine riesige Petri-Schale voller Hautschuppen, Haare und Körperflüssigkeiten fremder Menschen, die nicht am Sex beteiligt sein werden.

Eigener Whirlpool for the win!

Auf der Toilette

Offenbar ist Klo-Sex das Non-Plus-Ultra, denn egal, ob im Flugzeug, Restaurant oder dem Zug: Immer wieder taucht er in den Listen sämtlicher Ratgeber auf. 

Verständlich. Es ist eng, nicht selten ein wenig schmuddelig bis dreckig und kaum irgendwo ist die Gefahr erwischt zu werden größer.

Ich persönlich möchte im Zug nicht einmal auf die Toilette gehen, geschweige denn dort Geschlechtsverkehr haben. Aber nach Two Girls One Cup weiß ich auch: Die Geschmäcker  [sic!] in diesem Bereich sind eben höchst unterschiedlich!

(Anschließend das Händewaschen bitte nicht vergessen...)

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In der Umkleidekabine

Draußen Gewusel ohne Ende, drinnen unterdrücktes Stöhnen, leises Gekicher und der Reiz jede Sekunde aufzufliegen! 

Hier empfiehlt sich, die Umkleidekabine mit Bedacht auszusuchen, denn nicht selten scheint sie gerne als allgemeine Schweißgeruch-Sammelstelle zu fungieren. Vor allem bei günstigen Bekleidungsketten mit vorzugsweise 90% Polyesteranteil in der knallbunten Saisonware.

Außerdem ist das Licht häufig so unvorteilhaft, dass du bei deinem eigenen halbnackten Anblick schon brechen möchtest – etwas, was während des Geschlechtsverkehrs tunlichst zu vermeiden ist! (Siehe Sex auf Hoher See.)

In der Hängematte

Ja, eine Hängematte schaukelt schön und irgendwie hat das was ganz intimes, so eng und zu zweit in diesem Ding zu liegen und sich zu liebkosen...

Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich schon enorme Mühe da überhaupt rein zu kommen und für mich allein eine Position zu finden, in der ich mich nicht bewege wie ein Wombat, der gerade einen epileptischen Anfall erleidet.

Eine Hängematte ist ganz klar dann am Besten, wenn man sich nicht – aber auch wirklich gar nicht – darin bewegt!

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Draußen während eines Gewitters

Die Vorstellung, sich während eines schwülen Sommergewitters, wenn der Donner in der Ferne grollt, draußen im abkühlenden Regen zu lieben, hat schon seinen Reiz – keine Frage.

Gibt auch sicher 'nen tollen Text bei der Todesanzeige. Beim Bumsen vom Blitz getroffen. Hat fast was von Goethe.

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Im Auto

Der Klassiker! Da man mit dem Auto (fast) überall hinfahren kann, hat man dadurch auch die Möglichkeit (fast) überall Sex zu haben. 

Raststätte. Irgendwo im Wald. In Strandnähe. In einem Minensprenggebiet.

Und wer freut sich nicht über ein wenig Dirtytalk à la „Ist das die Handbremse, oder freust du dich, mich zu sehen?“ 

Wer ein wenig gelenkig ist oder Yoga macht, ist klar im Vorteil – es sei denn man steht darauf, ständig wie ein horizontaler Duracellhase mit dem Kopf gegen die Decke zu knallen. 

Wer außerdem auf die super schlaue Idee kommt, das Ganze einfach aufs Auto zu verlegen, sollte sicher gehen, dass die Motorhaube nach der Fahrt nicht mehr heiß ist. 

Verbrannter Po ist zwar heiß, aber nicht sexy.

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In der Waschstraße

Und für all diejenigen, die darauf stehen, selbst ordentlich geschrubbt zu werden, während das Auto draußen gewienert wird, gibt es ja auch noch die automatische Waschanlage! 

Das ist aber nur für diejenigen eine Option, die es wirklich schnell mögen. Also, wirklich, wirklich, wirklich schnell.

Am Strand

Der warme, weiche Sand unter einem. Das sanfte Rauschen der Wellen im Hintergrund. Die untergehende Sonne, die alles in ein schönes, rosa-rotes Licht taucht. Gibt es eine romantischere Location als den Strand?

Versuch dich am Besten an genau diesen Moment zu erinnern, wenn du dir auch noch Tage später Sand aus allen Körperöffnungen pulst und dir Wund- und Heilsalbe auf den lädierten Po und Rücken schmierst, weil er dich über diesen naturgegebenen Peeling-Untergrund und die spitzen und scharfen Muschelschalen wundgeschubbert hat!

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Auf der Kinderschaukel

Jaja, die Kinderschaukel. Wer denkt nicht beim Anblick einer Kinderschaukel sofort an Sex? 

Ich persönlich eher selten, aber du bist ja sicher offen für alles. 

Apropos offen: So eine offene Platzwunde, wenn er rücklings von der Schaukel knallt, nachdem sie sich auf ihn gesetzt und ordentlich Schwung geholt hat, ist auch eine ganze neue Art von Höhepunkt!

Im Haus der Nachbarn

Eigentlich sollt ihr nur die Pflanzen gießen, während die Nachbarn zwei Wochen ihren Jahresurlaub im Schwarzwald absolvieren. Aber wenn ihr ja schon da seid... 

Keine Frage: Sex soll spannend und aufregend sein, aber wie spannend und aufregend ist eure kleine Nummer wohl erst für eure Nachbarin, wenn sie unbekannte Schamhaare irgendwo findet und der Ehemann (verständlicherweise) keine Antworten parat hat?

Also: Wenn ihr einen Kick daraus zieht, über fremde Betten und Sofas und Waschmaschinen zu toben, nehmt zumindest einen Handstaubsauger mit!

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Auf dem Wasser

Unter einem und um einen herum nichts als Wasser. Über einem der grenzenlose Himmel. Währenddessen wiegt sich das Boot im Rhythmus eurer Hüften.

Ein pupsnormales Ruder- oder Tretboot würde ich eher nicht empfehlen, es sei denn ihr möchtet die Nummer gerne im Wasser fortsetzen.

Und bei einem schönen Segelboot – das wirklich durchaus sexy sein kann – sollte man darauf achten, dass keiner der am Akt Beteiligten seekrank wird. Kotzen während des Koitus ist ja oft eher uncool.

Also: Wenn du Wasserbetten schon scheiße findest, solltest du es definitiv nicht in einem hin- und herschaukelndem Ruderboot treiben.

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Im Passbildautomaten

Für all diejenigen, die es eng mögen! (Entschuldigung.) 

Bequem ist anders, es sei denn, mindestens einer von euch macht seit mehreren Jahren exzessiv Yoga. Da die Vorhänge selten bis zum Boden gehen, sollte man belebte Einkaufszentren etc. wohl besser meiden. 

Die Steigerung ist übrigens die Telefonzelle. Nicht nur eng, sondern auch komplett einsehbar. Mehr Nervenkitzel geht dann wirklich nicht mehr!

Im Aufzug

Auch hier ist es natürlich das extreme Risiko erwischt zu werden, was den Reiz ausmacht. 

Falls du auf diesen Nervenkitzel stehst, versuche zumindest nicht gegen den Notfall- oder Alarmknopf zu bumsen. 

Und meide Wohnhäuser, in denen viele Kinder wohnen. Sowie Sexualpartner, die zu Klaustrophobie neigen!

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In der Dusche oder der Wanne

Heißes Wasser prasselt auf euch hernieder, während ihr euren Gelüsten, Trieben und Körperflüssigkeiten freien Lauf lasst. Sex unter der Dusche oder in der Wanne verspricht Ekstase pur. 

Zumindest solange, bis Fragen aufkommen wie: Wo kann sie sich festhalten, wo er sich abstützen? Durch die Seife wird das alles ganz schön glitschig und das Bad steht auch plötzlich halb unter Wasser. 

Spätestens in der Sekunde, in der die Duschstange aus den Angeln und er sich fast das Genick bricht, verlegt ihr das Ganze vielleicht wieder ins Trockene.

Im Pferdestall

Der einzige Grund für mich, Sex in einem Stall haben zu wollen, ist endlich mal den Satz „Wieso liegt hier eigentlich Stroh?“ sagen zu können. 

Ansonsten erschließt sich mir die Aufregung um diesen Ort nicht. Stroh piekst wie Hölle, daher ist eine Decke hier sehr zu empfehlen. Und im Falle einer Stroh-, Staub- und/oder Pferde-Allergie ein gängiges Antihistamin. 

Pro-Tipp: Entfernt das Pferd vor dem Koitus aus der Box. Es sei denn einer von euch hat da ganz spezielle Vorlieben... 

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In der Tiefgarage

Wer übrigens auf den Zeitdruck in der Waschstraße nicht steht, kann auch ein ruhiges Nümmerchen in der Tiefgarage schieben. Scheinbar ist „ruhig und dunkel“ für die meisten Sex-Ratgeber als Grund ausreichend, um dort Geschlechtsverkehr zu haben.

Ruhig und dunkel ist ein geschlossener PAX-Kleiderschrank übrigens auch. Und da hat man dann auch keinen kalten, harten Beton als Unterlage. Oder eine noch heiße Motorhaube unter'm Hintern. Und keinen leichten Benzin-Dieselgeruch in der Nase. Und keine Alarmanlage, die beim ersten Hüftstoß angeht. Und keine Kameras, die einen aufnehmen, so dass man zur ungefragten Masturbationsvorlage irgendwelcher Wachmänner wird...

Je länger ich darüber nachdenke, ist der PAX eigentlich die Antwort auf alle Probleme, die Menschen haben, die nicht nur im Bett Sex haben wollen!

Du kannst deinen Freunden ruhig sagen, dass Sex im Bett voll okay ist.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Feeling, in dem sich alles um Liebe, Gefühle, Freundschaft und Sex dreht. So wie in diesen Artikeln: