Jeder Körper ist schön – ja, auch deiner!

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Kati Kürsch

Mein spärlich bekleidetes Spiegelbild sieht nicht so aus, wie es aussehen sollte. Zumindest, wenn man 90% aller Werbungen und sogenannten „Frauenzeitschriften“ Glauben schenkt.

Das sollte mich aber nicht davon abhalten, ein verdammt gesundes und glückliches Leben zu führen. Und dich auch nicht! 

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Sei ganz du selbst – aber komplett anders

Aus der Perspektive gängiger Schönheitsideale ist mein Körper ein Sammelsurium aller Dinge, die schiefgehen können: Cellulite? Check. Winkearme? Auch da. Dehnungsstreifen? So gut zu sehen, dass man denken könnte, ich hätte eine Leuchtreklame unter der Haut.

Mein ganzes Leben wurde von meinem Gewicht und meiner Wirkung auf andere geprägt. Das fing im Kindergarten an und zog sich bis zum Abitur. Ergebnis: 0 Selbstwertgefühl, 100 Einheiten Selbsthass.

Jeder Körper ist schön!

Doch zum Glück gibt es das Internet! Ich stolperte schließlich über Menschen, die Body Positivity predigen, also, dass jeder Körper schön ist – und damit auch meiner. 

Langsam tauschte ich meine Selbstzweifel gegen eine gnädigere Einstellung ein und siehe da: Ich sah mich in einem ganz anderen Licht.

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Ein verändertes Selbstbild ändert allerdings nur wenig daran, wie andere Menschen dich wahrnahmen, wie sie sich über dich äußern und vor allem wie sie in Bezug auf dicke Menschen allgemein argumentieren. 

Dicke sind faul

Gewicht ist für viele ein Indikator für Intelligenz, Disziplin und vor allem Gesundheit. Dass Gewicht auch eine Frage der Genetik ist und man sich eine ausgewogene Ernährung und Sport erst mal leisten können muss – sowohl finanziell als auch zeitlich – wird da außen vor gelassen.

Aber das kann doch nicht gesund sein!

Man sieht einem Menschen nicht an, ob er gesund ist oder nicht. So oder so – inwiefern ist die Gesundheit anderer dein Problem? 

Der Zusammenhang von Gewicht und diversen Erkrankungen ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Zwar besteht eine Verbindung zwischen Übergewicht und manchen Krankheiten, aber teilweise haben übergewichtige Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern eine höhere Lebenserwartung als normalgewichtige Erkrankte. 


Wer bestimmt, was normal ist?

Der BMI als Messwert für das „richtige“ Gewicht, ist nicht unumstritten. Wir müssen aufhören so zu tun, als würde Gesundheit in einem Vakuum existieren. 

Mehr noch müssen wir aber aufhören, uns in das Leben und Selbstbild Fremder einmischen zu wollen, weil wir ihre Figur unästhetisch finden. 

Das gilt übrigens genauso für Sprüche wie „Nur Hunde lieben Knochen, echte Männer stehen auf Kurven“!

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Baby, du siehst gut aus

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass ich in erster Linie mir selbst gefallen muss. 

Wie ich aussehe, geht niemanden was an. Wie ich mich ernähre, ist einzig und allein meine Angelegenheit. Wie viel Sport ich mache, bleibt zwischen meiner Lauf-App und mir – und all den Leuten, die ich voll jammere, weil mein Muskelkater unerträglich ist. 

Mein Körper gehört mir allein

Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Wenn ich jetzt meine Augen öffne und mich im Spiegel anschaue, sehe ich weiche Kurven, muskulöse Oberschenkel, die mich durch die Gegend joggen lassen, und meine Dehnungsstreifen, die einfach nur zeigen, wie viel ich in den letzten Jahren gewachsen bin. Nicht nur körperlich, sondern auch als Person. 

Falls du noch immer etwas anderes im Spiegel siehst, wird es vielleicht Zeit, deine Augen aufzumachen. Sicher, es dauert eine Weile, denn der Prozess, sich selbst zu akzeptieren, passiert nicht von heute auf morgen. 

Trotzdem solltest du das Wagnis eingehen, denn jeder Körper ist wunderschön – auch deiner. 

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Feeling, in dem sich alles um Liebe, Gefühle, Freundschaft und Sex dreht. So wie in diesen Artikeln: