Hier sind die Frauen, die für uns das Wahlrecht erkämpften

Am 4. Februar startet Suffragette in den deutschen Kinos. Ein Film, der die Geschichte der englischen Frauenrechtsbewegung und der Frauen, die mit passiven Widerstand und politischem Protest das Wahlrecht für sich erstritten haben, aufgreift. 

Wer waren die Suffragetten?

Die Suffragetten waren Frauenrechtlerinnen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in England und den Vereinigten Staaten für ein Frauenwahlrecht protestierten. 

Ihr Ziel verfolgten sie anfänglich durch passiven Widerstand, Hungerstreiks, Demonstrationen und die Störung öffentlicher Veranstaltungen. Später unternahmen sie auch einige Brandanschläge und wurden wiederholt in körperliche Auseinandersetzungen mit der Polizei verwickelt. 

Was forderten die Suffragetten?

Zu den Forderungen der Suffragetten gehörten ein Recht auf Bildung, freie Partnerwahl, den Besitz und die Verfügung über Eigentum und Grund und Gleichberechtigung in Partnerschaft und Familie. 

Das Erkämpfen des Wahlrechtes sollte ihnen die Möglichkeit geben, diese Forderungen nicht nur artikulieren zu können, sondern sie auch tatsächlich in der Politik durchzusetzen. 

Worum geht es im Film Suffragette?

Der Film erzählt die Geschichte der Bewegung aus Sicht dreier Frauen: Ihrer Anführerin Emmeline Pankhurst (Meryl Streep) und den Arbeiterinnen Maud (Carey Mulligan) und Violet (Anne-Marie Duff). 

Während sie anfangs noch passiven Widerstand nutzen, wird die Geschichte mehr und mehr zu einem Thriller, bei dem die Frauen zu immer härteren Mitteln greifen, um sich Gehör zu verschaffen und sich gleichzeitig gegen die Staatsgewalt zur Wehr setzen müssen. 

Was zeigt der Film nicht?

Suffragette ist ein Film, der zwar die Geschichte der Frauenbewegung erzählt, aber keine Geschichte der Gleichberechtigung. Wer den Film schaut bekommt den Eindruck vermittelt, die Bewegung wäre eine rein weiße gewesen und dies ist schlichtweg falsch.

Die Kolonialgeschichte Großbritanniens brachte den Suffragetten Unterstützung aus der ganzen Welt, aber vor allem aus Indien. So engagierte sich beispielsweise die indische Prinzessin Sophia Duleep Singh aktiv für die Frauenrechte sowohl in ihrer Heimat als auch in Großbritannien. Ihren „Schwestern“ zu helfen, war ihr wichtiger, als der politische Konflikt nationaler Zugehörigkeit. Im Film wird ihre wichtige Rolle für die Suffragetten jedoch vollkommen ausgeklammert. 

Warum? Darauf gibt es bisher keine befriedigende Antwort.

Solltest du dir den Film anschauen?

Wenn dir historische Fakten und Genauigkeit wichtig sind, weiße Geschichtsschreibung dich nervt und du Meryl Streep nicht leiden kannst, ist der Film wohl eher nichts für dich. 

Wenn du aber Bock auf Popcorn-Kino hast – mit ein bisschen Drama und einem Hauch von Abenteuer – go for it! 

Aber lies vorher unbedingt über Sophia Duleep Singh. Sie hat es nämlich absolut nicht verdient, in diesem Film vergessen zu werden! 

Sophie Duleep Singh
Bild via tumblr.com

Mit wem wirst du dir Suffragette im Kino anschauen?

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: