Argumente für Fleischkonsum, die einfach keine sind!

Es gibt immer noch Menschen, die sich dazu verpflichtet fühlen, Vegetarier und Veganer über die Schwachstellen ihrer Ernährung aufklären zu müssen. Dabei werfen sie oft mit Halbwahrheiten und Hören-Sagen um sich, das es sich gewaschen hat. 

Warum die üblichen Argumente gegen Fleischverzicht jedoch totaler Blödsinn sind, erfährst du hier: 

1. Fleisch enthält alle wichtigen Nährstoffe

Ach herrje. Die Mär vom Superfleisch, das alle Bedürfnisse zufriedenstellend deckt und dem laschen Gemüse haushoch überlegen ist, hält sich wacker. 

Dabei haben inzwischen mehrere Studien belegt, dass eine vegetarische Ernährung in allen Lebensphasen vollkommen in Ordnung ist, ja, sogar oft empfehlenswerter, als fleischliche Kost. 

Und selbst als Veganer kannst du mit ein bisschen Achtsamkeit gut und mangelfrei durchs Leben kommen. 

Außerdem: Wer sein tolles Fleisch ausschließlich mit Erbsen und Kartoffeln kombiniert, leidet eher unter Mangelerscheinungen, als jeder ausgewogen essende Veganer! 

Vegetarische Ernährungspyramide
Bild via Vebu

2. Menschen essen nun einmal Fleisch

Menschen tun auch anderen Menschen weh. Sie betrügen ihre Partner, lügen ihre Freunde an, prügeln sich in Kneipen und brauchen morgens beim Duschen das ganze warme Wasser auf. 

Menschen machen ziemlich viele bescheuerte und falsche Dinge. Das ist niemals ein Argument, sie weiterhin zu machen und anderen dann zu erzählen, es ginge nicht anders! 

3. Auf Fleisch zu verzichten ist zu schwer

Klar ist auf Fleisch verzichten schwer. Genauso, wie auf Crack zu verzichten. Oder das Frühstücksbier. 

Wer meint, durch den Fleischverzicht nur noch TK-Erbsen und Butterbrote essen zu können, hat vermutlich auch als Fleischesser eine sehr eingeschränkte kulinarische Lebenswelt. 

Es gibt unzählige Küchen, die ein reiches Angebot an vegetarischen und sogar veganen Speisen enthalten (indisch, israelisch, kenianisch, thailändisch, marokkanisch) und auch so manches Lieblingsrezept aus der Kindheit kommt tierleidfrei daher. 

Ich erinnere nur an Käsespätzle, Kartoffelpuffer und Spinatknödel. 

4. Für die Umwelt ist Soja-Anbau genauso schlimm wie Tierhaltung 

Die Lieferketten für die Lebensmittel, die wir in den Supermärkten kaufen können, sind meist ziemlich unübersichtlich. Aber eines kann man mit Gewissheit sagen: Wer Tofu aus Bio-Anbau kauft, unterstützt mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Soja-Anbau innerhalb der EU. 

Dagegen kommt ein Großteil der Mast-Futtermittel aus Soja-Anbaugebieten in Südamerika, für die Regenwälder vernichtet und indigene Bevölkerungsgruppen mit Gewalt von ihrem Land verdrängt werden. 

5. Wenn wir Tiere nicht essen würden, gäbe es viel zu viele von ihnen 

Die Natur hat es früher sehr gut allein hinbekommen, ihre Bestände zu regulieren. Ökologisches Gleichgewicht und so. Durcheinander bringt diese feinen Systeme immer nur der Mensch mit seiner Arroganz und seinen eigennützigen Dummheiten. 

Außerdem sind die Nutztierbestände nur so hoch, weil wir Tiere essen und sie dafür in Massen züchten. Eine Machtübernahme durch Kuh-Armeen ist relativ unwahrscheinlich. 

6. Menschen sind biologisch darauf ausgerichtet, Fleisch zu essen

Je nach religiöser Vorprägung auch gerne: „Gott hat uns an die Spitze seiner Schöpfung gestellt, damit wir den Rest seiner Schöpfung auffressen können“.  

Solche Argumente stehen auf einer Stufe mit „Frauen sollen ihren Männern gehorchen“ und „In unserem Dorf wird sowas nicht geduldet“. 

Bloß, weil bestimmte Verhaltensweisen oder Praktiken über die letzten Jahrhunderte akzeptabel waren, sind sie noch lange nicht notwendig. Klar, können wir Tiere essen, aber wir müssen es nicht. 

Und ich glaube, für Gott ist es auch okay, wenn wir seine Schöpfung mit Respekt behandeln, statt sie zu quälen und in Massen zu verschlingen. 

7. Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage, wenn wir aufhören Fleisch zu essen

Der süße, herzige Bauer, der morgens noch vor dem Frühstück in den Kuhstall geht und jedes seiner Tiere mit Namen anspricht, existiert ohnehin kaum noch. Das Fleisch, das du in Kühltheken findest, stammt viel wahrscheinlicher aus Mastbetrieben. 

Zudem macht der extrem niedrige Preis für tierische Produkte die Bauern eher kaputt, als dein Fleischverzicht. Die geringen Kilopreise für Fleisch nötigen die Bauern, immer größere Herden mit möglichst wenig Aufwand zu halten und zur Schlachtreife zu bringen. 

Das bedeutet Wachstumsbeschleuniger (vor allem Antibiotika), billiges Futter und Intensivhaltung. 

8. Ohne Fleisch, bekommen wir die Bevölkerung nicht satt

Da hat jemand in Mathe nicht aufgepasst – und in Biologie. Tiere brauchen Wasser und Nahrung, um zu wachsen und schön fett und lecker zu werden. Die gegessenen Kalorien wandeln sie – unter hohen Energieverlusten – in Kalorien um, die wir zu uns nehmen können. 

Rein rechnerisch wäre somit mehr Essen für alle da, wenn wir aufhören würden, essbare Pflanzen an Tiere zu verfüttern. So einfach kann es manchmal sein. 

9. Pflanzen haben sicher auch Gefühle und die isst du trotzdem

Studien haben inzwischen einige Regungen bei Pflanzen belegt. Sie reagieren auf positive Bestätigung, Pflege und Zuneigung mit vermehrtem Wachstum und entwickeln sich langsamer, wenn sie beschimpft werden. 

Trotzdem ist schon auf Grund der Physis unwahrscheinlich, dass sie Schmerzen so empfinden, wie Tiere es tun. 

Nimm zum Beispiel die meisten Obst- und Gemüsearten. Sie verbreiten sich vor allem dadurch, dass ihre Früchte von Tieren gefressen und die Kerne an anderen Stellen wieder ausgeschieden werden. Sollte dies ihnen Schmerzen zufügen, wäre das also eine höchst eigenartige evolutionäre Entwicklung. 

Außerdem, wäre der Schmerz-Reiz für eine Pflanze insgesamt eine nutzlose Funktion: Sie kann sich weder verteidigen, noch entziehen. 

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Bild via Giphy.com

10. Ich kaufe auch so nur beim Bio-Schlachter!

Schön für dich, aber die Tiere leben meistens auch nicht viel besser, als ihre Artgenossen in Mastanlagen. Die Regeln für Bio-Standards sind erschreckend unzureichend und nicht artgerecht. Gleichzeitig verhinderst du auch mit dem besten Schlachter der Welt keine Tötung des Tieres. 

Stell dir zum Beispiel vor, ein Mörder würde vor Gericht freigesprochen, weil er sein Opfer vor der Tötung „gut behandelt und artgerecht untergebracht“ hat und es wenig Schmerzen erdulden musste. 

Das wäre nicht wirklich ein faires Argument, oder? Siehst du! 

11. Tiere sollten nicht wie Menschen behandelt werden 

Gründe finden sich viele: Sie haben keine Seele, sind dümmer, leben kürzer, haben keine Gefühle oder kein Ich-Bewusstsein. Viele Annahmen, die wir über Tiere haben, wurden durch Forschungsprojekte der letzten Jahre bereits widerlegt. 

So hat man beispielsweise festgestellt, dass Schweine intelligenter als Hunde sind, Kühe intensive, emotionale Beziehungen aufbauen und viele Arten Mitgefühl, Empathie und ein Ich-Bewusstsein haben. Von dem Gorilla Koko, der eintausend Worte in Zeichensprache beherrscht, will ich gar nicht erst anfangen! 

Und selbst wenn das alles nicht der Fall wäre: Wer gibt uns das Recht zu entscheiden, welches Leben lebenswert ist, und ab wann es okay ist, geschlachtet und verspeist zu werden?  

Die meisten Argumente gegen einen Fleischverzicht sind Blödsinn. Viele wollen ihr Fleischessen nicht aufgeben, egal ob es für Tiere, Umwelt und andere Menschen katastrophale Auswirkungen hat – und das ist ihre Entscheidung. 

Aber dann sollten sie zumindest aufhören, Vegetariern und Veganern ihre Entscheidung ausreden zu wollen. 

Vor allem, wenn sie so schlecht informiert sind! 

Entkräfte die Argumente deiner Fleischfresserfreunde!

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Titelbild via Stocksnap

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: