Warum wir mehr Katzen essen sollten

Anfang diesen Monats wurde ein Video eines Schweizer Kochs veröffentlicht, der in seinem Restaurant eine ganz besondere Spezialität wieder populär machen will: Katzenfleisch. 

Der „Büsirücken“

Die Reaktionen der meisten Menschen waren blanker Ekel und Zorn darüber, wie man in einem Video den Kadaver einer Katze zeigen konnte und Menschen, die diese auch noch genüsslich verspeisen. 

Tatsächlich ist Katzenfleisch in manchen Regionen der Schweiz eine Delikatesse – das Video jedoch war ein Fake. Inzwischen bekannten sich Vebu und Karnismus erkennen zu dem Video und erklärten, sie hätten auf das Phänomen des Karnismus aufmerksam machen wollen. 

Laut eigener Aussage habe man so 10 Millionen Menschen in insgesamt 25 Ländern erreicht. 

Was ist Karnismus?

Karnismus ist ein Begriff, der erst seit kurzem durch das Internet wabert. Er bezeichnet die absurde Situation, dass Gesellschaften manche Tiere für essbar halten, das Verspeisen anderer aber gleichzeitig zutiefst anstößig finden. 

Das Video zielte also darauf ab, zum Nachdenken darüber anzuregen, warum wir Kühe und Schweine absolut selbstverständlich als Nahrungsmittel betrachten und uns gleichzeitig vor Hunde- und Katzenfleisch ekeln. 

Außerdem stellt es auch den Konsum tierischer Produkte selbst in Frage. Wir halten unsere Ernährung für „natürlich“, weil sie kulturell gewachsen ist. Trotzdem hat niemand von uns bewusst die Entscheidung getroffen, Fleisch, Milch und Eier zu essen. Wir tun es einfach, ohne unser Verhalten zu hinterfragen. 

In Deutschland essen sie Pferde

Katzen zu essen ist ein gutes Beispiel. In Deutschland ist die Schlachtung von Hunden und Katzen seit 1986 verboten. Im Übrigen ist im selben Gesetz (Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung-Tier-LMHV) auch der Verkauf und Verzehr von Affenfleisch untersagt. 

Andere Tiere, die als Haustiere gehalten wurden, können zwar geschlachtet werden, wenn sie jedoch eines natürlichen Todes gestorben sind, dürfen sie danach nicht auf dem Teller landen. 

Vor der Einführung dieser Gesetze war es übrigens auch in Deutschland (vor allem in der unmittelbaren Nachkriegszeit) gar nicht so außergewöhnlich, wenn der eine oder andere Streuner auf dem Tisch landete. 

Dass diese Tabus kulturell bedingt sind, erkennt man, wenn man sich die Delikatessen- und Verbotslisten anderer Länder und/oder Gesellschaften anschaut. In manchen Ländern ist beispielsweise vollkommen okay, Singvögel, Amphibien oder Nager wie Meerschweinchen und Ratten zu verspeisen. 

Dafür ekeln sich Islam und Judentum vor Schweinefleisch und in den meisten Ländern würde auch niemand auf die Idee kommen, Thüringer Pferdewürste zu essen. 

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! 

Tiere zu essen ist nicht selbstverständlich und manche Tiere lieber zu essen als andere, auch nicht. 

Häufig haben Essgewohnheiten auch viel damit zu tun, wie die jeweiligen Tierarten in unserem Leben vorkommen. Während die meisten von uns mit Sicherheit mit einer Katze oder einem Hund ein enges freundschaftliches Verhältnis haben, begegnen wir lebenden Schweinen nunmal nur sehr selten. Dabei sind sie mindestens genauso klug und sozial wie jeder x-beliebige Familienhund. 

Wenn der Gedanke, eine Katze zu essen, dir also eine Gänsehaut verpasst, dann solltest du dich auch einmal fragen, warum du gleichzeitig ohne mit der Wimper zu zucken Frikadellen auf den Grill wirfst. 

Letztendlich ist es beides nämlich das gleiche: totes Fleisch. 

Klär deine Freunde über Karnismus auf!

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Titelbild via Pixabay

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: