Fünf geniale Serien-Finales, die zu schade zum Vergessen sind

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Victor Redman

Genau so wichtig wie ein guter Anfang ist bei Serien auch ein packendes Ende. Hier die fünf finalen Episoden, die mich am meisten beeindruckt haben.

[Achtung: Spoiler! Ist klar, ne?]

1. „My Finale“ (Scrubs)

Nur, dass wir uns richtig verstehen: Eine neunte Staffel von Scrubs gibt es nicht! Das, was böse Zungen gern als solche bezeichnen, lief unter dem Titel Scrubs: Med School und darf somit legitimerweise als Spin­Off gewertet werden. Gott sei Dank! „My Finale“ ist einfach das perfekte Ende für die durchgeknallte Krankenhaus­-Sitcom. 

Gemeinsam mit Flachzange J.D. nehmen wir Abschied vom Sacred Heart Hospital und seiner exzentrischen Belegschaft. Die Episode hat mich zugleich glücklich und traurig gemacht, so wie es seit Scrubs keine Sitcom mehr geschafft hat.

2. „An Enemy of Fate“ (Fringe)

Warum hasst die Welt eigentlich Fringe so sehr? Es ist eine extrem smart erzählte SciFi-­Serie, die mit einem absolut runden Ende aufwartet. Lang etablierte, fast schon vergessene Ideen werden noch mal reaktiviert, bekannte Gesichter geben sich ein letztes Mal die Ehre, und schließlich endet die Serie so wie sie begann: Mit einem Vater, der bereit ist alles zu opfern, um seine Familie zu retten. 

3. „Not Fade Away“ (Angel)

Dem Buffy­-Spin­-Off um den Vampir mit Seele hätte ich durchaus noch ein, zwei Staffeln gegönnt. Dennoch gelang dem Team um Joss Whedon im Finale nochmal ein großer Wurf. „Not Fade Away“ erzählt in kürzester Zeit eine epische Geschichte, die als würdiger Abgang funktioniert, gleichzeitig aber die Tür offen lässt für eine Fortsetzung (die kurz darauf in Comic-­Form erschien). 

Was dieses Finale auszeichnet, ist der Mut zum offenen Ende. So stellt Whedon die lädierte Helden­-Riege in den letzten Minuten der Folge einer übermächtigen Dämonen­-Armee gegenüber – nur um die Serie just dann mit Angels Worten, „Let's go to work“ zu beenden.

4. „Felina“ (Breaking Bad)

So ziemlich jede Serie leistet sich einen Fehltritt. Manche müssen komplette Staffeln darauf verwenden, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Nicht so Breaking Bad. Selten wurde in einer Serie so langfristig, stringent und logisch auf das große Finale hingearbeitet. 

Eigentlich könnte die zweite Hälfte der fünften Staffel komplett als Finale durchgehen — jede Episode wartet mit neuen Schockmomenten, unwiderruflichen Enthüllungen und dramatischen Zuspitzungen auf. Alles läuft schließlich hinaus auf „Felina“, wo die Reise von Walter White ein grandioses­­ und verdientes ­­ Ende nimmt.

5. „Last Forever“ (How I Met Your Mother)

Bevor ihr jetzt die Fackeln anzündet und mich mit Mistgabeln aus dem Dorf jagt, lasst mich erklären: Ich weiß, dass viele Fans vom HIMYM­Finale enttäuscht waren. Ich verstehe auch, warum. Dem Publikum in den letzten 50 Minuten des 10-­jährigen Runs noch die Scheidung von Robin und Barney und den Tod der lange erwarteten Mutter zuzumuten, war zweifellos hart. Hart, aber mutig. 

Wie viele Fans saß auch ich mit offem Mund vor dem Fernseher — allerdings war ich nicht enttäuscht, sondern vielmehr baff, dass die Macher sich das getraut haben. Ein klassisches Happy End wäre natürlich die bequemere Lösung gewesen. Doch statt sich darauf zurück zu ziehen, erinnert HIMYM hier an die Maxime, die von der ersten Episode an zum Fundament der Serie gehörte: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. 

„Last Forever“ präsentiert uns Ted und die Gang mehr denn je als echte Menschen, die Fehler begehen und manchmal völlig unverschuldet schwere Zeiten durchmachen müssen. Dass das nicht jeder sehen möchte, ist logisch. Mich hat das bittersüße, realistische Ende begeistert und auch für die eher maue letzte Staffel entschädigt. Bis zum Finale war HIMYM bloß eine Serie, die ich zwischendurch ganz gern mal gesehen habe. 

Mit „Last Forever“ wurde sie für mich zum modernen TV­-Klassiker.

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Titelbild via pixabay.com

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Couching, in dem sich alles um Serien, Filme, Games und dein geliebtes Sofa dreht! So wie in diesen Artikeln: